13.07.2026

Vorgestellt: Jurina von sei WIR

Jurina ist Co-Founderin von seiWIR und dort für die  Öffentlichkeitsarbeit, Events und Kooperationen zuständig. Im Frühjahr 2026 ist der Verein in Gründung Teil der Coworking-Community im Haus des Engagements geworden. Wir sprechen mit Jurina über ihr Engagement und über Superkräfte.

Wie bist du ins Haus des Engagements gekommen und was machst du hier?

Kay und ich haben im März angefangen seiWIR zu gründen, eine Plattform für Menschen in Einsamkeit. Zu unseren Veranstaltungen können alle alleine kommen. Wir haben eigene Formate, aber unser großes Ziel ist es, kollektiv soziale Angebote für Menschen in Einsamkeit an einem Ort zu bündeln. Nach vier Wochen in Cafés mit viel Gewusel um uns herum haben wir uns umgeschaut, wo man als gemeinnütziger Verein arbeiten und vor allem auch Kontakte knüpfen kann, ohne direkt sehr hohe Ausgaben bei null Einnahmen zu haben. Kay und ich hatten beide schon mal das HdE gesehen und Kay meinte: „Vielleicht haben die ja ein tolles Angebot.“ Als ich dann beim HdE angerufen habe, wurde ich direkt super gut beraten und eigentlich war uns ab da klar: Das ist genau unser Ort!

Für welche Themen oder Projekte engagierst du dich aktuell bzw. wofür hast du dich in der Vergangenheit eingesetzt?

Wir setzen uns gegen Einsamkeit in jedem Alter und für mehr Zusammenhalt und soziale Teilhabe ein. Außerdem schaffen wir Möglichkeiten für mehr inklusive, kulturelle Angebote in Hamburg und perspektivisch in ganz Deutschland.

Was bedeutet für dich persönlich freiwilliges Engagement?

Ich finde, dass unsere Gesellschaft oft sehr eigennützig unterwegs ist. Wir achten im Alltag viel darauf, wie wir uns selbst etwas Gutes tun können, und das ist auch wichtig. Ich finde es aber genauso wichtig, mal zu schauen: Was kann ich anderen geben und was kann ich für die Gemeinschaft tun? Früher haben Menschen viel mehr in Gemeinschaften gelebt, haben sich in Großfamilien und mit Nachbarn auf dem Marktplatz ausgetauscht. Freiwilliges Engagement ist für mich etwas zutiefst Menschliches. Wir helfen anderen, ohne etwas zurückzuverlangen, wir kommen zusammen und sind in Gemeinschaft mit den Menschen um uns herum, vielleicht auch mit Menschen, an denen wir sonst im Alltag einfach vorbeilaufen würden. Wir bleiben einfach mal stehen, lernen Neues und helfen. Das finde ich irgendwie toll und es macht mich tatsächlich auch glücklicher als ein neues Paar Schuhe von Zalando.

Welche Bedeutung hat freiwilliges Engagement deiner Meinung nach für die Gesellschaft?

Menschen kommen wieder mehr zusammen. Wir brauchen einander und wir können so unseren Horizont erweitern. Wir brechen ein bisschen aus der heutigen Großstadtwelt aus, indem wir nicht nur rennen und unseren täglichen, eigenen Pflichten nachgehen. Bei freiwilliger Arbeit geht es vor allem sehr menschlich zu und man fährt selbst ein bisschen runter.

Gibt es engagierte Personen oder Projekte, die dich besonders beeindrucken?

Ich finde tatsächlich die Bürgerstiftung toll. Ich war letztens bei einem Vortrag, bei dem jemand aus dem Vorstand dabei saß. Es gibt so viele tolle Projekte (neben dem HdE), die unterstützt werden, wobei soziale Teilhabe und das Fördern von schwächeren Personengruppen im Fokus stehen. Das ist so wichtig! Auch wenn es gerade in dieser Richtung viele Hürden und Budgetstreichungen gibt, ist es essenziell, dass wir weitermachen und nicht aufhören, einander zu unterstützen!

Vor welchen Herausforderungen stehen Engagierte deiner Meinung nach?

Ich glaube, es gibt einfach ein riesiges Angebot. Als ich selbst gesucht habe, fand ich keine gute Übersicht und man fühlt sich in der Masse an Optionen schnell ein bisschen verloren, vor allem, wenn man (so wie ich damals) noch gar keine Ahnung hat, was man eigentlich machen möchte. 😉

Wie sieht eine Welt-Utopie für dich aus?

Für mich wäre das absolute Idealbild einer Welt: Eine Welt, in der es keine Kriege mehr gibt und in der alle Menschen einfach nach dem Motto „Leben und leben lassen“ friedlich zusammenleben.

Welche Superkraft hättest du gern, wenn du eine wählen könntest?

Fliegen würde ich super gerne können, dann muss man sich nicht immer mit anderen Menschen in ein Flugzeug quetschen. Aber ich müsste gleichzeitig auch unsichtbar sein können, weil man sonst ja beim Fliegen gesehen wird und das zu sehr auffällt. 😉

Zuletzt: Gibt es einen Ort in Hamburg, den du den Leser:innen ans Herz legen möchtest?

Ich liebe den Elbstrand, vor allem rund um die Strandperle. Das ist immer ein bisschen Urlaubsgefühl in der eigenen Stadt. Nur bitte nicht baden gehen, sondern höchstens mit den Füßen rein, denn die Strömung ist ziemlich gefährlich.

Ihr erreicht mich unter: